Installation RTools40

Helge Jentsch | Johannes Weidinger | Niels Schwab
RLab - Skriptbasierte modulare Umweltstatistik (Universitätskolleg 2.0)
Universität Hamburg
CC BY-SA 4.0 | 2022

Inhaltsverzeichnis

Ziel

In diesem Digitalen Skript erfährst Du, wie Du RTools40 auf Deinem Windows-Rechner installierst. Die Installation wird im ,,Standard''-Verlauf demonstriert.

Falls Du einen MacOS- oder Linux-Rechner benutzt, brauchst Du RTools40 nicht installieren.

Was sind die RTools40?

RTools40 benötigst Du, um auf einem Windows-Rechner besondere, nicht-kompilierte Funktionspakete für Dein R zu installieren. Beispiele dafür sind die Pakete stringi und jsonlite.

Standardmäßig installiert R für Windows die vorkompilierten Funktionspakete von CRAN. Für diese Package-Installationen benötigst Du RTools nicht. Es handelt sich um sogenannte Binärpakete. Einige Pakete, wie die genannten, sind aber nicht vorkompiliert verfügbar. Sie müssen aus dem Quellcode erstellt (= kompiliert) werden.

,,Im Eifer des Gefechts'' kommt es leicht vor, dass die eher ausnahmesweise Notwendigkeit von RTools übersehen wird. Daher kann es sinnvoll sein, sie vorsichtshalber zu installieren, unabhängig davon, ob nicht-kompilierte R-Packages tatsächlich verwendet werden. So lassen sich scheinbar unerklärliche Fehlermeldungen vermeiden.

Kompilieren
Ein in einer Programmiersprache geschriebenes Programm wird als Quellcode bezeichnet. Damit ein Programm auf dem Rechner ausgeführt werden kann, muss der Quellcode in die sogenannte ,,Maschinensprache'' übersetzt werden. Dieses Übersetzen wird Kompilieren genannt. Es wird durch einen Compiler erledigt. In RTools sind Werkzeuge enthalten, die nacheineander genutzt werden, um Quellcode zu kompilieren. Damit stellt die Toolchain der RTools eine Art Complier dar. Beim Installieren eines Packages wird durch die RTools der Quellcode der betreffenden Packages in entsprechenden Maschinencode umgewandelt, sodass auch nicht-kompilierte Packages genutzt werden können.

Laut RTools FAQ werden Rtools nur benötigt, wenn R-Pakete aus Quellcode kompiliert werden sollen, der ganz oder teilweise in den Sprachen C, C++ und/oder Fortran verfasst wurde.

Voraussetzungen

Um dieses Skript zu verstehen und die beschriebenen Schritte gleich mitmachen zu können, erfüllst Du im Idealfall folgende Voraussetzungen:

  • Du hast Administrator-Rechte auf Deinem Windows-Rechner.
  • Du besitzt grundlegende Kenntnisse im Umgang mit R. Am besten hast Du Dich schon mit RStudio und R bekanntgemacht.
  • Du hast beide Programme installiert.
  • Die RStudio-Version sollte mindestens 1.2.5042 sein. Du bist auf der sicheren Seite, wenn Deine RStudio-Installation aus dem Jahr 2020 oder jünger ist.
  • Starte RStudio, das mit R verbunden sein sollte.

Am besten öffnest Du parallel zu diesem Digitalen Skript RStudio, da im Folgenden auch R-Code vorgestellt wird, den Du in Deine Konsole eingeben solltest.

Für Anregungen und Kommentare zur Verbesserung dieses Digitalen Skripts ist das RLab-Team immer dankbar! Du kannst auch Fragen zu den Inhalten stellen! Nutze für all das gerne die Kommentar-Funktion!

Herunterladen der Installationsdatei

Damit Du mit der Installation beginnen kannst, benötigst Du die Installationsdatei. Um diese herunterzuladen, besuche die Website von RTools40. Dort findest Du die Auswahl zwischen der 64 und 32-bit-Version des Installationsprogramms. Wir empfehlen Dir die 64-bit-Version zu nutzen, da diese auf den meisten aktuellen Rechnern besser läuft.

Screenshot_Using_Rtools4_on_Windows

Lade die Datei herunter und speichere sie an einem Ort, den Du wiederfindest, z.B. Deinen Standard-Downloadordner. Die Datei ist ca. 171 MB groß.

Installation

Verbindung mit RStudio herstellen

Die nächsten Schritte sind zwingend notwendig, damit Dein R auch auf die RTools40 zugreifen und sie zur Kompilierung von nicht-kompilierten Packages nutzen kann.

  1. Du hast die Installation von RTools wie im vorherigen Kapitel durchgeführt und auf Deiner Festplatte unter C:\ installiert.

  2. Du öffnest RStudio.

  3. Du schreibst (oder kopierst) in die Konsole:

writeLines('PATH="${RTOOLS40_HOME}\\usr\\bin;${PATH}"', con = "~/.Renviron")

Das wird auch noch einmal in der folgenden Abbildung gezeigt:

Konsolenfenster mit Code

Wenn Du die Eingabe dann mit Enter bestätigst, solltest Du keinen Output in der Konsole angezeigt bekommen.


  1. In Deinem Dokumente-Ordner sollte nun eine neue Datei zu finden sein. Sie müsste ".Renviron" heißen. Über das Kontextmenü kannst Du sie mit dem Texteditor (z.B. Notepad / Editor) öffnen, um sie zu prüfen.
  2. dropdownmenu

  3. Du siehst dann folgenden Inhalt:
  4. Inhalt Datei Renviornment
  5. Nun hast Du die Voraussetzungen für die Verbindung erstellt. Um die Verbindung zu aktivieren, musst Du RStudio nun einmal vollständig schließen. Falls Du Skripte oder andere Dateien in RStudio geöffnet hast, solltest Du diese vorher unter einem geeigneten Namen speichern.

  6. Nachdem Du RStudio geschlossen hast, öffnest Du es wieder, um den vorerst letzten Schritt durchzuführen.
  7. In die Konsole gibst Du dazu folgendes ein und bestätigst mit einem Enter:

Sys.which("make")

Deine Ausgabe in der Konsole sollte so aussehen:
Ausgabe Konsole nach Sys.which("make")

Wenn der letzte Schritt bei Dir nicht die gleichen Ergebnisse zeigt, starte RStudio noch einmal neu, überprüfe den 5. Schritt und starte bei abweichenden Ergebnissen noch einmal ab dem 3. Schritt.

Herzlichen Glückwunsch! Damit hast Du die Installation von RTools40 abgeschlossen und kannst nun auch Zusatzpakete, die Kompilierung benötigen, installieren. Auf der nächsten und letzten Seite dieses Digitalen Skripts erfährst Du, wie Du die Installation nicht-kompilierter R-Packages ausprobieren kannst.

Zum Abschluss: Test der Installation

Ob die Installation funktioniert hat, kannst Du zum Beispiel mit einem nicht-kompilierten Package ausprobieren, das am Institut für Geographie der Uni Hamburg entwickelt wurde. Mit

install.packages("https://gitlab.rrz.uni-hamburg.de/helgejentsch/climdatdownloadr/-/archive/master/climdatdownloadr-master.tar.gz", repos = NULL, type = "source")

lädst Du das Package herunter und kompilierst es direkt auf Deinem Rechner.

Alternativ kannst Du Deine Installation auch mit

install.packages('stringi')

überprüfen.

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